Von Volksstimme
Womit auch ein großes Minus der Veranstaltung angesprochen wäre : Nach rund eineinhalb Stunden ist das Konzert schon vorbei. Keine Zugaben, keine starken, aber weniger bekannten Titel für die Linkin-Park-Feinschmecker. Und nicht nur das : Zwischendurch wechselt die komplette Musiker-Besetzung bis auf Bennington auch noch, der dem verdutzten Publikum anschließend ” meine neue Band ” präsentiert. Drei Titel spielen ” Dead by Sunrise ” – das ist zuviel, angesichts des kurzen Linkin-Park-Programms.
Von Freie Presse
Dass die Stimmung vor der Bühne nicht recht auf die Ränge und die gesamte etwas tiefer gelegte Arena überzugreifen vermag, liegt vielleicht auch an der Weitläufigkeit des Geländes, in dem sich die Besucher bis auf die ersten Reihen nie zu nahe kommen. Die Bandmitglieder tun freilich auch nicht viel, um Kontakt zu den Fans herzustellen, konzentrieren sich ganz auf ihre Musik, ihr eigenes durchkomponiertes Programm. Zwei kurze “danke” müssen als Ansprache genügen. Vielleicht hat Sänger Chester Bennington auch den Schwerpunkt mental derzeit auf sein neues Bandprojekt Dead by Sunrise gesetzt, deren erstes Album Anfang Oktober erscheinen soll. Eine Kostprobe gab es bereits in Ferropolis. Höflich beklatscht, keinesfalls aber frenetisch gefeiert. Dead by Sunrise sind leiser als Linkin Park, melancholischer. Auffälligster Unterschied: die Rap-Elemente, die den unverwechselbaren Crossover-Sound Linkin Parks ausmachen, fehlen. Das neue Projekt wirkt wie eine konsequente Weiterentwicklung in die musikalische Richtung, die Linkin Park zuletzt eingeschlagen haben, die von den Fans aber nur bedingt mitgetragen wird. Spürbare Erleichterung, als nach ein paar Liedern von Dead by Sunrise – die offenbar als eine Art Verschnaufpause akzeptiert werden – Linkin Park wieder die Bühne betreten. Doch die Abschlussvorstellung fällt kurz aus. 90 Minuten solide Kost – davon nur zirka 75 Minuten als Linkin Park – an der die Fans weniger zu knabbern haben, als den meisten lieb sein kann. Im Gänsemarsch bricht die seltsam unaufgewühlte Menge zu ihrem halbstündigen Fußmarsch zurück zum Parkplatz auf, wo das Chaos an der nadelöhrgroßen Ausfahrt für die einzige wirkliche Aufregung an diesem Abend sorgt.










